Digitale Tools für den Austausch: Sibel's Journey

Digitale Spiele sind nicht nur Unterhaltung – sie können auch Bildungsangebote bereichern und gesellschaftliche Themen interaktiv vermitteln. Sibel’s Journey ist ein edukatives Spiel, das sich mit Diversität, Gender, Sexualität und Inklusion beschäftigt. Es kann sowohl allein als auch in Gruppen oder Workshops genutzt werden und bietet eine innovative Möglichkeit, junge Menschen für diese Themen zu sensibilisieren.
Worum geht es?
Sibel’s Journey ist ein interaktives, episodisches Spiel, das sich mit Vielfalt und Inklusion auseinandersetzt. Der Fokus liegt auf Themen wie Gender, Sexualität, Identität und gesunden Beziehungen. Durch einen intersektionalen Ansatz werden unterschiedliche gesellschaftliche Perspektiven einbezogen.
Das Spiel ist nicht nur zur individuellen Nutzung gedacht, sondern kann auch in Workshops eingesetzt werden. Dabei werden die Episoden mit Reflexions- und Diskussionsphasen kombiniert, um die Inhalte zu vertiefen. Ergänzend kann es mit physischen Spielen und Gruppenübungen verbunden werden, die den Austausch weiter fördern.
Für wen ist es geeignet?
Das Spiel richtet sich an Jugendliche ab 11 Jahren. Gerade in dieser Altersgruppe fällt es oft schwer, über Themen wie Geschlechtervielfalt oder Sexualität zu sprechen. Sibel’s Journey bietet hier einen spielerischen Zugang, der Gespräche erleichtert.
Auch Eltern und Pädagog:innen profitieren von dem Spiel, da es ihnen hilft, sich mit aktuellen Begrifflichkeiten und Diskursen rund um Identität und Sexualität vertraut zu machen. Lehrkräfte können das Spiel gezielt in den Unterricht integrieren, um diese Themen mit Jugendlichen auf eine interaktive Weise zu behandeln.
Wer steckt dahinter?
Hinter Sibel’s Journey steht das Kollektiv Food for Thought. Das Team besteht aus Expert:innen für Bildungsarbeit, Game Design, Gender- und Queer-Studies sowie Illustration und Storytelling. Gemeinsam entwickeln sie digitale Bildungsangebote, die spielerisches Lernen mit gesellschaftlich relevanten Themen verbinden.
Die Mitglieder des Kollektivs haben bereits mehrere edukative Spiele konzipiert und setzen auf kollaborative Arbeitsweisen. Neben Sibel’s Journey gibt es beispielsweise Leila’s Play, ein Workshop, der sich auf Zugänglichkeit, Behinderungen, neurologische und körperliche Vielfalt konzentriert.
Was wird geboten?
Sibel’s Journey ist mehr als nur ein digitales Spiel. Es kann als alleinstehende App gespielt oder in einem mehrstufigen Bildungsprogramm eingesetzt werden.
- Episodisches Gameplay: Jede Episode behandelt ein spezifisches Thema, etwa Körperbilder oder inklusive Sexualität.
- Workshops für Jugendliche: Das Spiel wird in einen strukturierten Bildungsprozess eingebunden, bei dem Reflexion und Gruppendiskussionen eine wichtige Rolle spielen.
- Workshops für Lehrkräfte: Pädagog:innen erhalten Schulungen, um das Spiel sinnvoll in den Unterricht oder in Jugendarbeitsprogramme zu integrieren.
Langfristig soll das Spiel in möglichst viele Bildungskontexte eingebettet werden, um die Themen Gender, Sexualität und Inklusion einer breiten Zielgruppe zugänglich zu machen.
Wie läuft’s?
Die Nutzung von Sibel’s Journey kann flexibel gestaltet werden:
- Es gibt eine Browser-Version, die direkt im Unterricht oder in Workshops eingesetzt werden kann.
- Das Spiel ist auf Steam sowie im App Store für iOS und Android erhältlich, sodass es auch privat gespielt werden kann.
- In Workshops wird das Spiel durch pädagogische Methoden und Reflexionsphasen ergänzt. Dabei können Jugendliche auch eigene Spielideen entwickeln und so ihre Perspektiven kreativ einbringen.
Besonders wertvoll ist die Verbindung mit weiteren Bildungsangeboten: Das Team von Food for Thought hat ein mehrstufiges Workshop-Programm entwickelt, das von der Einführung ins Thema bis hin zur eigenen Spielentwicklung reicht.
Wie können wir mitmachen?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich an Sibel’s Journey zu beteiligen:
- Selbst spielen: Das Spiel ist über den App Store, Google Play und Steam verfügbar.
- Workshops organisieren: Schulen, Jugendgruppen oder Organisationen können Workshops buchen, in denen das Spiel zum Einsatz kommt.
- Multiplikator:innen-Schulungen: Pädagog:innen können sich schulen lassen, um Sibel’s Journey eigenständig in ihrem Unterricht oder ihren Programmen zu nutzen.
Da das Projekt gemeinnützig ist, wird versucht, die Workshops über Fördermittel zu finanzieren, sodass Schulen und Organisationen häufig kostenlos teilnehmen können.
Wie kann es in den internationalen Jugendaustausch integriert werden?
Sibel’s Journey ist bisher in Deutsch, Englisch und Türkisch verfügbar und kann in internationalen Austauschprojekten eingesetzt werden. Die Themen, der intersektionale Ansatz sowie die Figuren, die sich im internationalen Kontext bewegen, machen das Spiel zu einem abwechslungsreichen Abgebot für den internationalen Jugendaustausch.
Das Spiel wurde an lokale Kontexte angepasst. In der türkischen Version werden spezifische Organisationen aus der Türkei erwähnt, um die Inhalte greifbarer zu machen. Die deutsche Version integriert deutsche Organisationen und Beratungsstellen.
Das Spiel wird in verschiedenen Ländern weiterentwickelt und an neue Kontexte angepasst, um möglichst viele Menschen zu erreichen.
Interesse an einer Zusammenarbeit?
Das Team von Food for Thought ist offen für neue Kooperationen mit Bildungseinrichtungen, Organisationen und Initiativen, die sich für Diversität und Inklusion einsetzen. Sie freuen sich über Partnerschaften, um Sibel’s Journey oder andere Spiele und Workshops weiterzuentwickeln und in noch mehr Bildungsprogramme einzubinden.